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Klaustrophobie - Informationen

Klaustrophobie (lateinisch claustrum „Verschluss, Riegel, Schloss“, griechisch φόβος phóbos „Furcht“, „Phobie“), in der Fachsprache auch Raumangst genannt, ist eine spezifische („isolierte“) Angststörung. Sie äußert sich bei Betroffenen als Angst vor dem tatsächlichen oder gefühlten Eingesperrtsein oder vor der bloßen Präsenz enger oder abgeschlossener Räume. In Extremfällen kann bereits eine geschlossene Tür zur Panikattacke führen. Sinnvoll ist es, die Klaustrophobie in zwei verwandte Ängste zu unterteilen: die Angst vor dem Ersticken und die Angst vor Einengung. In entsprechenden Situationen kann es bei Betroffenen zu Hyperventilation und Schweißausbrüchen kommen.

Umgangssprachlich wird Klaustrophobie auch (fälschlich) als Platzangst bezeichnet, während die Psychologie Platzangst auf die Agoraphobie, die Angst vor öffentlichen Plätzen oder weiten Räumen anwendet (Agoraphobie F40.0 gemäß Norm ICD-10).

Vorkommen

Klaustrophobe Ängste sind im Alltag weit verbreitet. Schätzungen gehen davon aus, dass fünf bis sieben Prozent der Bevölkerung unter klaustrophoben Ängsten leidet, je nach genauer Abgrenzung auch mehr.

Sie treten in Aufzügen, Bussen und Bahnen, aber auch in Kaufhäusern, Kinos und generell bei Menschenansammlungen auf. Für den Betroffenen geht die Phobie mit je nach Ausprägung mehr oder weniger starken Einschränkungen des täglichen Lebens einher. So werden in einigen Fällen auch in Hochhäusern Fahrstühle gemieden und an Stelle dessen die Treppen benutzt, Bahn-, Bus- und Flugreisen sind zum Teil nicht möglich, ebenso das Nutzen von Tunneln, das Betreten kleiner Räume (wie Umkleidekabinen, z. T. auch kleine Zimmer, Kellerräume, Höhlen); mitunter löst auch enge Kleidung die Reaktion aus.

Praktische Bedeutung erlangt die Klaustrophobie auch bei MRT-Untersuchungen, da der Patient dabei bis zu 30 Minuten in einer Röhre liegen und sich ruhig verhalten muss, damit eine ausreichende Bildqualität gewährleistet wird. Wegen der stark eingeschränkten Bewegungsfreiheit und der ungewöhnlichen Betriebsgeräusche löst dies selbst bei ansonsten eher schwächerer Ausprägung der Klaustrophobie Angstzustände aus.

In einer Studie von Murphy und Brunberg benötigten während einer willkürlich gewählten siebenwöchigen Untersuchungsperiode von 939 Patienten, die 18 Jahre oder älter waren, 134 Personen (14,3 %) aufgrund ausgesprochener Angstreaktionen irgendeine Form der medikamentösen Sedierung (bis hin zur Allgemeinanästhesie), damit die MRT-Untersuchung durchgeführt werden konnte.

Mit „offenen MRT-Systemen“ wird dieser Umstand an einzelnen Untersuchungszentren inzwischen berücksichtigt.

Behandlung

Zur Behandlung klaustrophober Ängste, die sich bis zu Panikattacken steigern können, werden Antidepressiva wie SSRI oder Trizyklika eingesetzt und/oder psychotherapeutische Ansätze wie Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und Psychoanalyse. Dabei spielen in der Verhaltenstherapie Konfrontation sowie die Aufdeckung interpersoneller Verhaltensmuster eine große Rolle, in tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapien und Psychoanalysen die Aufdeckung verborgener noch nicht verstandener, d. h. unbewusster Motive, das Symptom wird hier als kompromissbildender Lösungsversuch verstanden. Von den im Rahmen der Verhaltenstherapie möglichen Konfrontationsverfahren wird zumeist eine so genannte graduierte Exposition durchgeführt. Darüber hinaus wird in jüngster Zeit auch mit Virtual-Reality-Techniken experimentiert. Dabei handelt es sich um eine Expositionstherapie, bei der computerbasierte Programme zum Einsatz kommen.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Klaustrophobie aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.


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