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Vor 1.5 Jahren

Bares für Rares - Informationen

Bares für Rares ist eine von Horst Lichter moderierte Sendereihe, die seit 2013 produziert wird und bereits acht Staffeln mit mehr als 700 Folgen umfasst. In der Sendung stellen ausgewählte Bewerber jeweils eine mitgebrachte Kuriosität, Rarität oder Antiquität vor. Nach erhaltener Expertise können sie ihr Exponat an Händler vor Ort meistbietend verkaufen, wobei die Zusammensetzung der fünfköpfigen Podiumsbesetzung von Sendung zu Sendung wechseln kann.

Die Fernsehshow, die mit der Goldenen Kamera 2018 in der Kategorie Bestes Dokutainment-Format prämiert wurde, gilt als die erfolgreichste Sendung im Nachmittagsprogramm des ZDF. Seit Juli 2017 zeigte der Sender gelegentlich auch Abend-Sonderausgaben in einem erweiterten Rahmen, bei der auch prominente Anbieter Objekte für teilweise wohltätige Zwecke verkauften.

Konzept

Die mitgebrachten Gegenstände der eingeladenen Personen werden zunächst von jeweils einem Experten kommentiert und auf ihre Echtheit geprüft, da Nachbildungen und dem Artenschutz unterliegende Objekte vom Verkauf ausgeschlossen sind. Parallel zur Bewertung bemüht sich Horst Lichter, im Gespräch mit den Anbietern die nostalgischen Geschichten hinter den Gegenständen zu erfahren, und erfragt ihre preislichen Erwartungen. Danach erhält der jeweilige Experte erneut das Wort und schätzt den tatsächlichen Wert des Stückes. Stimmt die Werteinschätzung der Expertise mit den Wertvorstellungen des Verkäufers überein, erhält der Kandidat von Lichter die sogenannte „Händlerkarte“, womit er sein Exponat im „Händlerraum“ zum Kauf anbieten kann. Anbieter, deren preisliche „Schmerzgrenze“ über der Expertenschätzung liegt, erhalten keine Händlerkarte.

Später treten die Verkäufer mit diesen Gegenständen im Händlerraum einzeln vor ein Podium von fünf von Sendung zu Sendung wechselnden Händlern, denen die Experteneinschätzungen nicht bekannt sind. Bei Interesse bieten die Händler, ähnlich wie bei einer Versteigerung, für die vorgelegten Artikel und treiben mitunter gegenseitig den Preis in die Höhe. Anders als bei einer Versteigerung haben die Anbieter das Recht, das Höchstgebot der Händler nicht anzunehmen und ihre Artikel somit nicht zu verkaufen. Akzeptieren die Anbieter, so stimmen sie dem Verkauf ihrer jeweiligen Exponate zu und erhalten von dem Höchstbietenden den offerierten Betrag in bar. Die Händler finanzieren ihre Ankäufe aus Eigenmitteln.

Bei den angebotenen Objekten – in der Regel sechs pro Sendung – handelt es sich zumeist um Gemälde, Möbelstücke, Porzellan, Bronzefiguren, Antikspielzeuge, alte Technikprodukte oder Schmuck; selten werden auch Oldtimer-Fahrzeuge offeriert.

Die Sendereihe fällt in das Genre Dokutainment. Zusammen mit Kunst und Krempel (BR), Lieb & teuer (NDR), echt antik?! (SWR), Das Flohmarkt-Duell und Der Trödel-King (WDR), Schatz oder Trödel (HR), Der Trödeltrupp (RTL II) mit seinen Ablegern sowie den deutsch bearbeiteten Ausgaben der US-amerikanischen Produktionen Die Drei vom Pfandhaus (RTL Nitro) und Auction Hunters – Zwei Asse machen Kasse (DMAX) bedient die Reihe den deutschsprachigen TV-Markt für Sendungen mit Bewertungen von Gegenständen wie Trödel und Antiquitäten. RTL kündigte für die Saison 2018/19 seine Version der britischen Show 4 Rooms an, die der Sender mit Die Superhändler betitelt. Die BBC ist mit ihrem Format Antiques Roadshow seit 1979 international erfolgreich.

Experten

In der Sendung treten jeweils drei Sachverständige auf, die die Exponate begutachten, kommentieren und taxieren. Die Experten waren zu Beginn der ersten Staffel Heide Rezepa-Zabel, Albert Maier und Oliver Kircher. Kircher wurde in der zweiten Staffel von Sven Deutschmanek abgelöst. Deutschmanek wird seit der sechsten Staffel gelegentlich von John Goldsworthy, George Mullen, Markus Weller und häufiger von Detlev Kümmel oder Colmar Schulte-Goltz vertreten; Kümmel und Schulte-Goltz treten zuweilen auch für Albert Maier auf. Ab der siebten Staffel bewerteten Anne-Katrin Hoffmann und häufiger Wendela Horz wechselnd mit Heide Rezepa-Zabel die vorgelegten Exponate. Insgesamt traten bisher elf Experten auf.

Bei der Vorbereitung auf die Sendung tragen Redakteure der Produktionsfirma zusammen mit Kunsthistorikern und Fachberatern grundlegende Informationen zu den Exponaten zusammen und versorgen so die Experten mit Vorwissen. Eine solide Begutachtung und Bewertung ist den Experten jedoch nur am Original-Objekt möglich, das sie am Tag der Aufzeichnung das erste Mal zu Gesicht bekommen.

Händler

Das Podium besteht traditionell aus vier Händlern und einer Händlerin, die Podiumsbesetzung kann von Sendung zu Sendung wechseln. Beim Debüt von Esther Ollick saßen im Mai 2017 zum ersten Mal zwei Händlerinnen mit drei männlichen Kollegen am Händlertisch. Bisher traten 21 Händler auf.

Die Händler können die Objekte erst im Händlerraum in Augenschein nehmen. Um Vorabsprachen über Objekte zu vermeiden, wird darauf geachtet, dass es keinen Austausch zwischen Händlern und Experten gibt. Das führt so weit, dass Experten und Händler in verschiedenen Hotels logieren, zu verschiedenen Zeiten am Set ankommen, sich dort in verschiedenen Räumen aufhalten und versetzte Mittagspausen haben. So ist es Händlern untersagt, durch Räume zu gehen, in denen sich ein Experte aufhält.

Sobald sich ein Verkäufer mit einem der Händler auf einen Preis für ein Objekt geeinigt hat, kommt ein Kaufvertrag zustande. Der Kaufpreis wird sofort bar bezahlt; während der Aufnahmen werden jedoch „aus dramaturgischen Gründen“ keine Quittungen ausgestellt. Bis Ende Juli 2018 wurden so über 2 Millionen Euro umgesetzt.

Variationen

Promi-Spezial

In dem Sonderformat „Promi-Spezial“ brachten Prominente Raritäten aus ihrem Besitz erst vor die Experten zur Schätzung und verkauften diese Exponate dann an die Händler. Die Erlöse kamen einem wohltätigen Zweck zugute.

Die Prominenten der ersten Folge dieses Formats waren am 17. Mai 2015 Johann Lafer, Mirja Boes, Lutz van der Horst und Dunja Hayali. Im „Promi-Spezial“ vom 18. Oktober 2015 wirkten Hella von Sinnen, die Ehrlich Brothers, Wolfgang Trepper und Jürgen Drews mit. Die Wiederholung der Sendung am 25. August 2016 wurde um Markus Maria Profitlichs Auftritt erweitert. Ein weiteres „Promi-Spezial“ mit Nadine Krüger, Sven Voss, Michaela Schaffrath, Ingo Naujoks und Simon Gosejohann wurde am 26. Mai 2016 ausgestrahlt.

Händlerduell

In dem Format Bares für Rares unterwegs traten zwei der Händler gegeneinander an, die von Horst Lichter ein Startkapital erhielten und damit auf einem öffentlichen Flohmarkt fünf Gegenstände erhandeln sollten. Die Exponate wurden später versteigert; derjenige, der aus dem Startguthaben so den größten Erlös erwirtschaftet hatte, ging als Sieger aus dem Duell hervor. Die ersteigerte Gesamtsumme wurde für einen guten Zweck gespendet.

Lieblingsstücke

Vom 10. Juli 2016 bis zum 20. November 2016 stellten die Experten Heide Rezepa-Zabel, Albert Maier und Sven Deutschmanek in 22 Folgen ihre Lieblingsstücke vor. Diese wurden an unterschiedlichen Tagen entweder am Sonntagvormittag um 10:15 Uhr (Dauer in der Regel 90 Minuten) oder wochentags um 15:05 Uhr (Dauer in der Regel 50 Minuten) gesendet. In diesem Best-Of-Format werden von den Experten kommentierte Ausschnitte aus vergangenen Folgen gezeigt. Am 1. Januar 2017 wurde die Ausstrahlung dieses Formats fortgesetzt; diesmal kommentieren neben Maier, Deutschmanek und Rezepa-Zabel auch Detlev Kümmel und die Händler Wolfgang Pauritsch, Susanne Steiger und Fabian Kahl die Lieblingsstücke. Seit dem 22. Oktober 2017 kommentieren auch Wendela Horz und Colmar Schulte-Goltz sowie die Händler Walter Lehnertz und Julian Schmitz-Avila.

Abendshows

Für die Sendetermine 15. Juni und 13. Juli 2017, um jeweils 20:15 Uhr, drehte das ZDF zwei Sendungen unter dem Titel Bares für Rares – Deutschlands größte Trödelshow an. Die Sendungen wurden zwischen dem 12. und 15. Mai 2017 auf Schloss Ehreshoven in Engelskirchen produziert.

Steven Gätjen moderierte neben Horst Lichter Teile der Show und geleitete die Anbieter nach der Expertise in den Händlerraum. Der Händlertisch der Abendshows war auf sieben Mitwirkende erweitert, namentlich Ludwig Hofmaier, Wolfgang Pauritsch, Susanne Steiger, Walter Lehnertz, Fabian Kahl, Julian Schmitz-Avila und Elke Velten. Das Expertenteam bestand aus den vier Gutachtern Heide Rezepa-Zabel, Albert Maier, Sven Deutschmanek und Detlev Kümmel.

In der Sendung vom 15. Juni 2017 befanden sich Boris Becker und Bernhard Hoëcker unter den Anbietern. In der Sendung am 13. Juli traten Rosi Mittermaier, Christian Neureuther und Thomas Hermanns auf. Die Erlöse der meisten Prominenten sollten wohltätigen Zwecken zugute kommen.

Am 2. November 2017 wurde erneut eine Sendung dieses Formats ausgestrahlt, mit Katja Flint als prominenter Anbieterin. Das Ensemble von Experten und Händlern blieb unverändert, jedoch trat Steven Gätjen nicht mehr als Co-Moderator auf.

2018 wurden weitere Sendungen im „XXL-Format“ gezeigt. Dreharbeiten fanden am vorletzten Wochenende im April auf Schloss Drachenburg in Königswinter statt. Die erste Folge – mit Andy Borg als prominentem Verkäufer – wurde am 31. Mai ausgestrahlt und eine zweite – mit Margie Kinsky und Bill Mockridge – am 12. Juli 2018.

Produktion

Produziert wird Bares für Rares von Warner Bros. International Television Production (bis Mai 2015 Eyeworks) und dem ZDF. Mit Stand von Ende Juli 2018 wurden 706 Folgen gedreht (ohne Abendsendungen).

Auswahl der Objekte

Bei der Produktionsfirma gehen pro Woche etwa 500 bis 1000 Bewerbungen ein, die einem umfänglichen Auswahlverfahren unterzogen werden, durch das eine aussagekräftige Einschätzung der Verkäufer und ihrer Objekte entsteht. Die Redakteure werden dabei von mehreren Kunsthistorikern unterstützt, die unter anderem die Provenienz der Objekte prüfen. Ungefähr alle drei Monate wird auf sogenannten „Schätztagen“ Interessierten die Gelegenheit gegeben, ihre Objekte von Experten außerhalb der Sendung bewerten zu lassen. Bei diesen Veranstaltungen können von der Redaktion besonders interessante Objekte ausgesucht werden, die zu einer späteren Aufzeichnung mit vollständiger Expertise und nachfolgendem Verkauf eingeladen werden.

Drehorte

Veranstaltungsorte für die Aufzeichnung von Nachmittagsfolgen der Reihe waren bisher die Balloni-Hallen in Köln, das Historische Kaufhaus in Freiburg im Breisgau, der Kölner Harbour.Club sowie das Walzwerk in Pulheim.

Die Abendsendungen wurden auf Schloss Ehreshoven in Engelskirchen und Schloss Drachenburg in Königswinter gedreht.

Produktionspersonal

Sheila Mertens führte in vielen Episoden Regie, wie auch Dörthe Bahne, Nico Gutjahr, Katharina Kreutz, Benjamin Spratte, Katja Grube sowie Samuel Kircheis und andere. Für den Schnitt der Episoden zeichnete Filmeditorin Katharina Kreutz häufig verantwortlich, gefolgt von David de Leon, Samuel Kircheis, Ingo Monitor, Jan Richter, Yves Ferrand sowie Katja Grube und anderen. Chefmaskenbildnerin ist seit 2016 Jana Zerlett, die in einigen Sendungen Cameoauftritte hatte. Die Erzählstimme aus dem Off wird gesprochen von Volker Wolf.

Verkäuferschlangen und Statisten

In Teilen der deutschen Presse wurden Anfang 2018 Zweifel an der Echtheit der Verkäuferschlangen im Expertenraum geäußert.

Nach Angaben des ZDF sind die gezeigten Verkäuferschlangen echt. Zudem sollen Verkäufer, Experten und Händler nach Möglichkeit natürlich agieren. Die Handlungen um die Expertisen und Verkäufe seien nicht gescriptet. In der Sendung würden jedoch nur ausgewählte Fälle gezeigt; nicht jedes von den Experten geschätzte Objekt werde auch den Händlern zum Kauf angeboten. So würden die Produzenten auch auf Aufnahmen von öffentlichen „Schätztagen“ zurückgreifen.

Bei der Aufzeichnung von Sendungen kommen jedoch auch bezahlte Statisten zum Einsatz, die beispielsweise bei Aufnahmen echter Verkäufer an den Expertentischen im Bildhintergrund an anderen Tischen zu sehen sein können. Gemäß dem ZDF sind diese Komparsen jedoch nie direkt Teilnehmende der gesendeten Expertisen und Verkaufsprozesse und kämen lediglich aus „rein produktionellen Gründen“ zum Einsatz. Bei der Produktion der Abendsendungen Mai/Juli 2018 kamen neben 600 Besuchern auch rund 150 Komparsen zum Einsatz, die jeweils eine Vergütung von 80 Euro und eine Pauschale von 15 Euro für ihre Anreise erhielten.

Horst Lichter äußerte sich im Juli 2018 zu den Täuschungsvorwürfen: „Im Prinzip konnte man damit schon rechnen. Wenn irgendetwas einen großen Erfolg hat, wird sich nicht gefreut, sondern vermutet, dass da was nicht stimmen kann. Das ist typisch, zu sagen: Das geht nicht mit rechten Dingen zu! Der Deutsche kann nicht erstmal genießen, ohne zu denken, da ist ein Haken dran. Das finde ich immer schade. Es hat mich im Fall „Bares für Rares“ sehr verwundert, aber man hätte es erwarten können. Ein wenig Neid und Missgunst spielt da auch eine Rolle. Jeder hätte das gern selbst entdeckt, erfunden und gemacht.“

Ausstrahlung

Staffelübersicht

Die Erstausstrahlung erfolgte anfangs auf ZDFneo. Weitere Folgen wurden wöchentlich auf dem festen Sendeplatz sonntags um 13:15 Uhr im ZDF gezeigt. Ab dem 18. Mai 2015 erhielt die Show den werktäglichen Sendeplatz der abgesetzten Kochshow Topfgeldjäger.

Seit dem 19. August 2017 werden Sendungen auch samstags um 16:05 Uhr ausgestrahlt.

Wiederholungen

Bearbeitete Wiederholungen

2014 und 2015 wurden 44 bearbeitete Wiederholungen mit zuvor unveröffentlichtem Material im Nachmittagsprogramm des ZDF ausgestrahlt.

Lieblingsstücke

Ausstrahlung auf anderen Sendern

ZDFneo sendet regelmäßig Wiederholungen verschiedener Staffeln. Der Schweizer Privatfernsehsender TV25 zeigte 2016 und 2017 zwei Staffeln mit jeweils 20 Folgen. Am 3. Juli 2017 begann der österreichische Fernsehsender Servus TV mit der Ausstrahlung der Sendereihe ab Folge 1.

Der französische Sender France 2 adaptierte das Format, das unter dem Titel Affaire conclue (deutsch Geschäft abgeschlossen) seit August 2017 von Sophie Davant präsentiert wird.

Internetpräsenz

In der ZDFmediathek kann auf einen großen Teil der bereits gezeigten Sendungen der vergangenen Monate in voller Länge zugegriffen werden. Oftmals können Sendungen bereits vor der TV-Ausstrahlung nach dem Web-First-Prinzip aus dem Onlineangebot abgerufen werden. Zusätzlich bietet die ZDF-Webseite eine Gesamtschau der in den Sendungen vorgestellten Exponate an, zu denen schriftliche Zusammenfassungen mit den wesentlichen Inhalten der jeweiligen Expertisen bereitstehen.

Seit Juni 2017 hat sich das Angebot von Bares für Rares mit die Sendereihe begleitenden Aktivitäten auf Facebook ausgeweitet. Hierzu gehören zusätzliche Hintergrundinformationen, Experten-Tipps oder interaktive Live-Auftritte der Experten, bei denen Zuschauer direkt Fragen an sie richten können.

Der YouTube-Kanal des ZDF bietet regelmäßig neue Videos mit Exponaten aus den Sendungen an, die vereinzelt millionenfache Abrufe aufweisen können.

Einschaltquoten

Nachmittags

Bares für Rares gilt als die „erfolgreichste ZDF-Daytime-Show“.

Die höchste bisher gemessene Zuschauerzahl des Formats lag am 2. Januar 2017 bei 3,42 Millionen, bei einem Marktanteil von 22,7 Prozent und mit 0,37 Millionen der 14- bis 49-Jährigen (8,4 Prozent). Die aktuelle Rekordmarke der Show beim Marktanteil liegt bei 27,9 Prozent (3,1 Millionen) der Fernsehzuschauer und wurde am 25. Juli 2018 aufgestellt.

In der ZDFmediathek erreichen die Abrufvideos von Bares für Rares pro Monat im 1. Quartal 2017 durchschnittlich 1,019 Millionen Aufrufe.

Vorabend

Am 30. August 2017 erreichte eine ab 19:30 Uhr gesendete Wiederholung im Vorabendprogramm von ZDFneo mit 1,23 Millionen Menschen 5,2 Prozent der Zuschauer, was in etwa das Doppelte des Senderschnitts ausmachte.

Die Reihe setzte ihre überdurchschnittlichen Werte 2018 fort, so sahen am 19. Juli 1,12 Millionen Zuschauer (5,6 Prozent) ab 19.20 zu. Am gleichen Tag generierte eine Folge um 18:30 Uhr bereits 4,4 Prozent, mit einem 0,72 Millionen Menschen starken Publikum.

Abends

Die erste Abendshow vom 15. Juni 2017 erreichte mit 6,38 Millionen Zuschauern einen Marktanteil von 23,8 Prozent. 1,30 Millionen Zuschauer waren zwischen 14 und 49 Jahren alt (16,1 Prozent). Bei der zweiten Abendshow vom 13. Juli bescherten 5,80 Millionen Interessierte der Sendung 21,2 Prozent Marktanteil und zudem den Tagessieg beim Gesamtpublikum; 1,03 Millionen 14- bis 49-Jährige sahen zu, dies glich 12,5 Prozent Marktanteil. Die dritte Abendshow vom 2. November 2017 erreichte mit 5,89 Millionen Zuschauern einen Marktanteil von 18,2 Prozent. 1,09 Millionen Zuschauer waren zwischen 14 und 49 Jahren alt (10,3 Prozent). 5,03 Millionen Fernsehzuschauer schalteten die vierte Sendung vom 31. Mai 2018 ein, der Marktanteil lag bei 19,0 Prozent. Bei den 14- bis 49-Jährigen sahen 1,02 Millionen zu, mit 13,2 Prozent Marktanteil. Die fünfte Show vom 12. Juli 2018 erreichte 5,17 Millionen Menschen oder 19,5 Prozent insgesamt. 0,85 Millionen der 14- bis 49-Jährigen sahen zu (10,5 Prozent).

Struktur der Zuschauer

Eine Analyse der Sendung vom Nachmittag des 13. April 2018 ergab folgenden prozentualen Anteil der Zuschauer nach Altersgruppen:

Nach der Erhebung waren fast 55 Prozent der Zuschauer über 14 Jahre weiblich, 45 Prozent männlich. 2,21 der an diesem Tag gemessenen 3,34 Millionen Zuschauer kamen aus Haushalten, die monatlich mehr als 1750 Euro Netto-Einkommen zur Verfügung haben; dem standen nur etwa 0,28 Millionen Zuschauer gegenüber, die in ihrem Haushalt mit 1000 Euro oder weniger auskommen mussten. Den Zahlen zufolge lag der Marktanteil bei Beamten an diesem Tag bei 39,3 Prozent; Selbstständige fanden mit 12,7 Prozent vergleichsweise weniger Gefallen an der Sendung.

Besondere Exponate

Borgward Isabella

In Staffel 2, Folge 8 vom 29. März 2014 kam es zum bisher höchsten Gebot für ein Exponat in der Geschichte der Sendung, das zu einem Verkauf führte. Wolfgang Pauritsch erwarb für 35.000 Euro ein Borgward Isabella Cabriolet von 1961 und verkaufte das Objekt bereits „nach wenigen Minuten mit kleinem Gewinn“.

10-Dukaten-Münze

In Staffel 7, Folge 44 vom 28. Oktober 2016 erbrachte der Verkauf einer im Jahr 1648 geprägten Goldmünze 25.000 Euro. Die 10-Dukaten-Münze aus der Zeit des Heiligen Römischen Reiches zeigt den römisch-deutschen Kaiser Ferdinand III. auf der einen und den doppelköpfigen Reichsadler mit dem Löwen von Habsburg auf der anderen Seite. Daniel Meyer und Fabian Kahl erwarben die Münze gemeinsam. Das Leipziger Auktionshaus Höhn kaufte die Münze später für 27.000 Euro und versteigerte sie darauf für 35.000 Euro.

BMW Isetta

Das Verkaufsangebot einer BMW Isetta (Baujahr 1960) führte in der Sendung vom 25. Mai 2018 im Händlerraum zum ersten Mal zu einer Telefonauktion, bei der Julian Schmitz-Avila, Daniel Meyer und Walter Lehnertz interessierte Parteien per Telefon an den Verkaufstisch brachten. Lehnertz, der einen Interessenten aus Frechen vertrat, war Höchstbietender und erwarb das Motocoupé für 18.000 Euro, den dritthöchsten bisher in der Sendung erreichten Verkaufserlös.

Perry-Rhodan-Hefte

1100 Hefte der Science-Fiction-Serie Perry Rhodan wollte ein Verkäufer in der Sendung vom 19. Januar 2018 an den Mann bringen, die aber bei den Händlern keinen Anklang fanden. Julian Schmitz-Avila, der einzige Bieter, erstand die Sammlung für 10 Euro, dem niedrigsten zu einem Verkauf führenden Gebot bisher.

Mercedes-Benz 190SL Cabriolet

Zum bisher höchsten Gebot für ein Objekt kam es in der Abendsendung vom 12. Juli 2018, als Susanne Steiger 90.000 Euro für ein Mercedes-Benz-Cabriolet 190SL bot; jedoch kam es nicht zum Verkauf, da der Verkäufer das Fahrzeug nicht unter 95.000 Euro abgeben wollte.

Babylonisches Rollsiegel

In Staffel 6, Folge 55 vom 24. März 2016 wurde mit einem knapp unter 4.000 Jahre alten babylonischen Rollsiegel das bisher älteste Exponat der Sendereihe vorgestellt. Der Schätzpreis lag bei 1500 Euro, Susanne Steiger bekam für ihr Höchstgebot von 1200 Euro den Zuschlag.

Bronzefigur Le travail

In Staffel 7, Folge 59 vom 18. November 2016 gab es mit der Bronzefigur Le travail von Charles-Auguste Lebourg (entstanden etwa 1880–1890) den ersten Verdachtsfall auf Beutekunst, da die Figur die Aufschrift „Acquis par La Ville de Paris“ (deutsch „Angekauft von der Stadt Paris“) trägt. Der Weiterverkauf von Beutekunst ist verboten. Dieser Verdacht wurde jedoch nach Albert Maiers Recherche in der Sendung vom 28. November 2016 ausgeräumt. Wolfgang Pauritsch erwarb das Objekt anschließend für 1100 Euro.

Tennisschläger Boris Beckers

Ende 2017 wurde bekannt, dass Boris Becker in der Abendsendung vom 15. Juni 2017 nicht den Schläger seines letzten Wimbledonspiels, sondern versehentlich ein baulich ähnliches Modell veräußert hatte. Becker ließ verlauten, dass dem Käufer Julian Schmitz-Avila im Nachhinein der richtige Schläger ausgehändigt worden sei. Zum Verbleib des Verkaufserlöses von 10.000 Euro, den Becker einer Hilfsorganisation spenden wollte, gab es widersprüchliche Mitteilungen.

Rezeption

Preisnominierungen und Auszeichnungen

2017 wurde die Sendung in dem Segment Bestes Factual Entertainment für den Deutschen Fernsehpreis und den Grimme-Preis nominiert.

Als Resultat einer Publikumswahl erhielt die Sendung die Goldene Kamera 2018 in der Kategorie Bestes Dokutainment-Format.

Pressestimmen

Nach der ersten Sendung von 2013 kritisierte Jan Freitag von der Berliner Zeitung das „in seiner biederen Berechenbarkeit so dösig[e]“ Format als „heftiges Gefeilsche klischeehaft freakiger Bieter“ und „durch und durch durchdeklinierte[r] Charaktere“, die „versuchen, irgendwie authentisch, also scheinbar nicht vom Regisseur instruiert, am Objektiv vorbei zu dilettieren und daran herzhaft scheitern“.

Der Medienjournalist Stefan Niggemeier bemängelte auf dem Portal Übermedien, dass „der Ablauf [der Sendung] immer gleich“ sei. „Weniger als bei ‚Bares für Rares‘“ sei „selten im Fernsehen passiert“. Zudem breite sich „dieses bräsige Nichts […] unaufhaltsam“ im Programm von ZDF und ZDFneo aus und fülle dabei eine „Programmfläche so groß wie das Saarland“.

Christian Schachinger von Der Standard sah die Sendereihe als eine „versteckte Perle des als Reality-Entertainment getarnten Horrorgenres.“

Josa Mania-Schlegel von der Süddeutschen Zeitung meinte zum Erfolg der Sendung: „Dass Bares für Rares aus den Trödelshows heraussticht […] mag an der geschickten Kombination aus menschlichen Schicksalen und den Prinzipien der Castingshow liegen. Es geht […] nicht nur um die bewegenden Geschichten hinter den Objekten, sondern auch um die feilschenden Händler: Wie bei Deutschland sucht den Superstar scharen sie sich im Halbkreis um die Kandidaten und hoffen, den Laien ein Schnäppchen abzuschwatzen. […] Der Zuschauer fiebert mit den Kandidaten mit und hofft auf einen hohen Preis. Dann tun sie einem wieder leid, weil ein Händler sagt: ‚Erinnerungen an Verstorbene sind bei uns im Laden aber nix wert.‘ In diesen Momenten bedient [die Sendung] die Erwartungen ans klassische Kummerfernsehen des Fernsehnachmittags.“

Moderator Horst Lichter, angesprochen auf den Erfolg der Sendung beim jüngeren Publikum, war sich „ganz sicher, dass sich junge Menschen nicht nur für Trödel interessieren“. So sei es vor allem die „Sehnsucht nach Sicherheit, Ehrlichkeit, Verlässlichkeit — nach Dingen, die einfach wahr sind“ und die „altes Zeug für junge Menschen interessant machen“. An anderer Stelle ergänzte er: „Die Leute fangen an, auf Werte zu achten – und damit meine ich nicht nur Gegenstände. Sie haben es satt, dass im Fernsehen Menschen vorgeführt werden. Ich selber bin ein Menschenliebhaber, das ist meine größte Leidenschaft, und ich kann diese Formate nicht ertragen, in denen Menschen vorgeführt werden. Mit den schönen alten Dingen hat man etwas Werthaltiges – und wenn es auch manchmal nur die Geschichte ist, die dahinter steht, die wertig ist.“ Er war zudem der Ansicht, dass „die Sendung […] eine wunderbare Taktung [hat]. Von der Erwartung des Verkäufers, über die Begutachtung durch den Experten bis hin zum Feilschen mit den Händlern. Das ist jedes Mal ein kleiner Krimi oder eine Komödie in acht Minuten.“

Antje Hildebrandt von WeltN24 führte aus: „Lichter weiß, wie man Menschen einwickelt. Und er hat ein Faible für […] alles, was Geschichte atmet. Ohne ihn wäre „Bares für Rares“ nicht halb so erfolgreich.“ Andere hingegen halten Horst Lichter „für das verzichtbarste Element der Show“.

Stefan Turiak sah auf quotenmeter.de in Lichter einen „gelegentlich übertrieben-charmanten bis aufdringlichen Moderator“, der „sich gut darin versteht, eine Brücke zwischen den manchmal zu verkopften Experten und den medienunerfahrenen Kandidaten zu schlagen“. Der Sendung attestierte Turiak ein „routinemäßiges, selten oder nur verhalten Abwechslung bietendes Gesamtkonzept“ mit „leichten Zankereien im Händlerraum“ und „Kandidaten, in denen hin und wieder mehr Verhandlungsgeschick zu stecken scheint, als sie sich selbst zutrauen“.

Arno Orzessek befand im Deutschlandfunk, „dass sich die Leute […] im raubtierkapitalistischen Weltmarkt da draußen nicht wirklich wohl fühlen und sich auf der TV-Couch umso lieber in bodenständig-nostalgische Flohmarkt-Atmosphäre mummen – Handeln wie dunnemals, ohne rätselhafte Algorithmen“, „Bares für Rares eben, cash auf die Kralle.“

Der Medienpsychologe Jo Groebel nannte im Focus drei Faktoren als Gründe für den großen Zuspruch, den das Format bei den Zuschauern findet: „Jeder Normalbürger träumt davon, im Keller oder auf dem Speicher einen unentdeckten Schatz zu finden, der ihn reich machen könnte oder zumindest mit einem angenehmen Geldbetrag versehen könnte. Beflügelt wird die Fantasie von den regelmäßigen Millionenfunden wertvoller Gemälde oder Kunstwerke durch ‚kleine Leute‘ auf dem Dachboden.“ Ein weiterer Faktor für den Erfolg sei der Spaß an nostalgischen Gegenständen „in einem Meer standardisierter Massenware bei Geschenken, Accessoires oder der Wohnungsdekoration“. Der dritte Faktor sei der Spannungsaufbau der Trödelshow, bestehend aus den Hintergrundgeschichten der Kandidaten sowie dem Feilschen der nicht immer nur sympathischen Bieter und ihre Sprüche. „Nicht zuletzt die Fragen ‚echt-unecht‘, ‚wertvoll-billig‘ oder die nach dem erzielten Preis bauen gegenüber den meist bescheidenen (Noch-)Besitzern Sympathie und Mitfiebern auf.“

Harry Nutt von der Frankfurter Rundschau erklärte: „‚Bares für Rares‘ ist allerdings nicht ganz so unschuldig, wie es scheint. Es ist als Showformat wohl erst in dem Augenblick möglich geworden, wo von dem vom Dachboden hervorgeholten Erbstück nur noch bedingt eine Gefahr ausgeht. Die Sorge, dass das Geheimnis, das Opas Schatzkiste birgt, direkt hineinführt in die Geschichte der NS-Raubkunst, hat ihren Schrecken verloren. Die Sendung lädt ein zur privaten Provenienzforschung, und so ist es wohl auch ein Stück Entlastungsarbeit, das vor den Fernseher lockt.“

Thomas Moßburger beschrieb auf Chip Online seinen Eindruck, dass die Händler der Sendung die „Aufregung und Arglosigkeit der Menschen“ ausnutzen und die privaten Verkäufer „wie eine Gang […] abzocken“ würden.

Klaus Raab unterstrich in Die Zeit: „Unterhaltungsfernsehen mag nicht analytisch sein. Aber es liefert hier doch Anschauungsmaterial für die Beschäftigung mit der deutschen Überfluss- und Erbengesellschaft und der Dynamik von Werten. Man könnte der Sendung sogar ein massenkonsumkritisches Empfinden unterstellen; schließlich geht es stets auch um den Versuch, die Dinge vor ihrem Tausch in Geld als solche wahrzunehmen. Die einzelnen Artefakte bekommen eine Biografie.“ „Der Plunder wird anschließend gleich vertickt.“ Im Händlerraum „bekommen [die Dinge] ihre Warenform, die ihnen von Lichter gerade noch herausgestreichelt wurde, also umgehend wieder zurück.“ […] „Womöglich ist es genau diese Doppelbödigkeit, warum die Sendung so gut ankommt. Es geht nicht um die Erprobung einer Gegenkonsumstrategie. Bares für Rares bringt seine Zuschauer nirgends hin, sondern holt sie einfach nur zu Hause ab und führt sie auf bekanntes Terrain.“ Er sieht einen Gegensatz zu vergleichbaren anderen TV-Formaten, in denen „eine Art Antiquitätenberatung mit anschließender Expertise“ erfolgt, in Bares für Rares gehe es „um den gefühlten Wert der Dinge“ und: „Der Witz an Bares für Rares besteht im Vergleich zu den anderen Sendungen in der gerade nicht stattfindenden Musealisierung.“

Rajko Burchardt auf Moviepilot ist der Ansicht, dass die Produzenten im Sinne der Zuschauerbindung auf Protagonisten mit Wiedererkennungswert und eigenen Marotten setzen. „Die Sachverständigen, deren Aufgabe es ist, eine kunsthistorische Verortung und marktpreisorientierte Bewertung vorzunehmen, bilden ebenso wie die feilschenden, bewusst kontrastreich zusammengesetzten Händler identifikatorische Bausteine – wichtiger als die Antiquitäten selbst scheinen deren Handhabung und das daraus folgende Rezeptionsspektrum zu sein.“ Die Sendung sei „kein komplexes, aber sehr redliches Feierabendfernsehen, das erstaunlicherweise gerade durch Hysterieverzicht gute Quoten generiert“.

Das Magazin stern meinte, dass es nur wenige Sendungen im deutschen Fernsehen gebe, die den Wunsch nach Eskapismus besser befriedigen würden, so sei Bares für Rares das Unsere kleine Farm der TV-Shows.

Der TV-Unterhalter Thomas Gottschalk kommentierte in einer Talkshow mit Anne Will die Einschaltquoten von Bares für Rares mit diesen Gedanken: „Ich habe eine Show gemacht mit Jean Paul Gaultier, Helene Fischer und Aerosmith. Aber keine Sau hat sich dafür interessiert. Wir hatten miese Quoten. Und dann macht das ZDF eine Sendung, in der ältere Menschen in Anglerjacken ihre alten Kuckucksuhren in irgendeine Trödelabteilung bringen. […] Da sagt dann einer ‚Da geb ich 80 Euro.‘ Das ist pure Langeweile, aber da gucken fünf bis sechs Millionen Menschen zu.“

Bernhard Honnigfort von der Berliner Zeitung empfahl das „zutiefst von menschlichem Wissen getragen[e]“ und „Identität und Kontinuität“ vermittelnde Format als Immaterielles Kulturerbe von der UNESCO schützen zu lassen.

Literatur

Hannes Burkhardt, Charlotte Bühl-Gramer: Trödelshows im Fernsehen – Geschichte als Ware. In: Public History Weekly 4 (2016) 24. doi:10.1515/phw-2016-6424

Weblinks

Anmerkungen

Einzelnachweise

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